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FUN of COMPUTING NG 2000
























Fun of Computing NG

Am 24. und 25.6.2000 fand unsere alljährliche "Fun of Computing" im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau statt. Es war zugleich eine Messe, als auch ein Treffen von Fans verschiedener Computerplattformen.


Amiga Zentrum Thüringen

Gleich am Eingang stand der POI (Point of Information) des AZT e.V. Dieser Pointer zeigt eindrucksvoll die Multimedialen-Fähigkeiten des Amigas. Der auf Standard Amiga-Hardware basierende POI (Amiga 4000/040 25MHz, VLabMotion und Genlock) in Verbindung mit einem Touchscreen-Monitor beweist einmal mehr, daß der Amiga auch nach fast sechs Jahren Entwicklungsstillstand noch nicht zum alten Eisen gehört!

APUS Linux-PPC CD

Natürlich wurde auf der Messe auch die brandneue Version der AZT-Linux-PPC CD vorgestellt und konnte dort zu einem sehr günstigen Preis erworben werden. Nebenher wurden auch 3 Erweiterungs-CDs für Linux vorgestellt. Diese sind zusätzlich auch für Power-Mac Linux-Systeme geeignet! Thomas Mache informierte in mehreren Vorträgen über das alternative Betriebssystem. An einem PPC-Amiga zeigte er zusätzlich die Funktionsweise der Software und beantwortete die zahlreichen Fragen der Besucher.

Dirk Martin demonstrierte die 64-Bit Jaguar-Konsole mit dem Spiel "Tempest 2000". Wer Lust hatte, konnte sich hier an einem Highscore-Wettbewerb beteiligen. Eine weitere Besonderheit gab es mit dem Amiga-CD32 und dem Zusatzmodul SX32-Pro zu sehen. Mit diesem Gespann besteht nicht nur die Möglichkeit das CD32 in einen Computer zu verwandeln. Durch den Einsatz des MAS MP3-Player wird auch das Abspielen von MP3-Musik auf einfache Weise realisiert.

An weiteren Rechnern präsentierten die Mitglieder des Vereins verschiedene Tools und Grafikprogrammen und gaben Tipps bei der Gestaltung von Inhalten im Internet.

Meeting mit Petro Tyschtschenko und Jürgen Haage

Einer der Höhepunkte unserer Messe war das Meeting mit dem Chef der deutschen Niederlassung von Amiga Inc., Petro Tyschtschenko sowie Jürgen Haage der Firma Haage&Partner.
Hier gab es viel Interessantes und auch einiges neues zum Thema "Amiga-Classic/NG" zu erfahren. Die Frage, die anscheinend die meisten Amiga-User bewegt, wie geht es mit dem Classic-Amiga weiter und wird OS 3.5 auf PowerPC umgesetzt, wurde von Herrn Haage wie folgt beantwortet.

Es wird keine PowerPC-Version des AmigaOS geben! Er nannte auch ein paar sehr einleuchtende Gründe dafür, wieso es sich nicht lohnt das jetzige AmigaOS auf PowerPC zu portieren. Als Minimum für die Portierung wurde ein Zeitraum von mindestens 12 Monaten genannt, die kosten wären enorm und die zu erwartenden Verkaufszahlen nur sehr gering (siehe OS 3.5). Auf die Frage, ob es sich noch lohnt neue Amiga-Hardware zu kaufen gab Herr Haage eine Antwort, die alle Hardware-Hersteller wohl nicht so begeistern dürfte, aber durchaus berechtigt ist.

Alle, die noch bis Jahresende warten können (bis von Amiga was neues kommen soll) sollten das auf jeden fall tun, für diejenigen, die unbedingt jetzt sofort mehr Leistung oder bessere Grafik etc. brauchen, sollten sich neue Hardware kaufen.

Eine weitere Aussage war, daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß das neue AmigaOS auf den PowerPC-Karten des Classic-Amigas laufen wird. Das größte Problem dürfte hier wohl die Grafikausgabe sein, immerhin zeigen aktuelle Amiga-Spiele wie Heretic II, daß die jetzige Amiga-Hardware nicht genügend Leistung bringt (das ist meine persönliche Einschätzung!).

Über das neue AmigaOS und den AmigaNG wurde auch so einiges berichtet.
Die Vorteile des neuen OS wie Prozessorunabhängigkeit, große Skalierbarkeit und Kompaktheit dürften ja mittlerweile jedem bekannt sein, neu war das jetzt auch Speicherschutz und einige andere Userwünsche in das neue OS integriert werden.

Zum Thema AmigaNG gab es folgendes zu erfahren.
Geplant ist es bis zum Jahresende einen neuen Amiga auf den Markt zu bringen. (Amiga One) Die Hardware wird von Drittherstellern gebaut, für alle anderen Hardwarehersteller, die auch einen "Amiga" auf den Markt bringen möchten, wird es von Amiga eine Hardware-Referenz geben, nach der sich die Hersteller zu richten haben (um den Treiberchaos, wie es bei Windows der fall ist, aus dem Wege zu gehen).
Softwareseitig wird Haage & Partner für die Emulation der Classic-Amiga-Software auf dem neuen OS zuständig sein. Weiterhin werden Sie Ihren Storm-C-Compiler etc. für das neue OS anpassen und natürlich auch die aktuelle Software (AmigaWriter, ArtEffects;...) umsetzen.

Petro Tyschtschenko stellte für die Messe eine Version des SDK zur verfügung. Dazu gleich mehr!
Aus den Aussagen von Petro ist zu entnehmen, daß sein größter Wunsch für den Classic-Amiga immer noch die Umsetzung des OS3.5 auf den PowerPC ist.

In der folgenden Diskussionsrunde wurden dann noch einige Fragen beantwortet. So u.a. die Frage warum der AmigaNG auf Standard-Hardware (Grafikkarten etc.) entstehen soll.

Die Entwicklung eigener Hardware in geringen Stückzahlen wäre viel zu teuer und das Ergebnis wohl kaum besser als die Standard-Hardware, besonders bei Grafikkarten so Jürgen Haage.
Um das zu verdeutlichen nannte dann Petro noch die Entwicklungskosten, die bei der damaligen Amiga-Studie "AmigaWalker" angefallen sind, sie beliefen sich auf mehr als eine halbe Millionen Mark.

Und nun zum SDK (Software Development Kit).
Die Installation gestaltete sich recht einfach (die richtige Linux-Version vorausgesetzt) schon nach wenigen Minuten konnten die ersten Demos bestaunt werden.
Es war schon beeindruckend, wie schnell die Demoprogramme auf einer Standard-PC-Hardware ohne 3D-Unterstützung liefen!
Nach einer kurzen Testphase und einem Blick in das sehr umfangreiche Handbuch begannen schon einige Programmierer mit den ersten Compiler-Versuchen, die auch schon sehr vielversprechend aussahen! Nach Aussagen dieser Programmierer ist die Softwareentwicklung mit dem SDK recht einfach, was einen hoffen läßt, daß sehr viele Programmierer (auch große Firmen) ihre Software auf den AmigaNG umsetzen werden.

Titan Computer

Die Firma Titan Computer zeigte die Spiele Herectic 2 und Exodus. Wärend "Exodus" in einer Vorab-Version bereits mit sehr detailierter Grafik und einem mitreißenden Spielgeschehen überzeugen konnte, gab es mit dem Spiel "Heretic 2" einen wahren Hammer zu bewunden! Ist das System erstmal richtig konfiguriert, erlebt man ein Abenteuer der besonderen Art. Mit einem schnellen PPC und ausreichend Speicher bewegt sich der Held des Spieles flüssig! und ohne ruckeln über den Bildschirm und fesselt den Spieler an das Geschehen. Selbst auf einem A1200 mit PPC 240/40 BVision und 128 MB Speicher sind ca. 22-27 Bilder/s zu erreichen.

Der Computerclub Bautzen e.V.

Besonders beeindruckend war der Pointer, der hauptsächlich aus einem A1200 bestand. Als Eingabemedium wurde ein eingebauter Trackball verwendet. Das Gerät wurde mit viel Liebe und Maßenauigkeit hergestellt, wobei das äußere Design bewußt schlicht gehalten wurde. Als Leckerbissen gab es noch die Grafikprogramme Photogenics, PPaint und TV-Paint zu sehen. Beeindruckend war für viele Besucher, mit welcher Auflößsung und Detailgenauigkeit Grafiken auf dem Amiga anzuschauen und zu bearbeiten sind.

Eternity Hard- und Software

Hier gabe es - wie angekündigt - das Intro zum Spiel "Tales of Tamar" zu sehen, daß viele der Zuschauer zum verweilen am Eternity-Stand bewegte. Immerhin war es mehrere Minuten lang.
Ein weiteres Produkt war die Workbench-Erweiterung "Easys!". Dieses ist vom Programmierer Thomas Neithardt und integriert viele nützliche Funktionen in die Arbeitsumgebung des Amiga.

SoundFX

Stefan Kost erläuterte den Besuchern der Messe die vielfältigen Möglichkeiten seines Tools "SoundFX" in der aktuellen Version 4.0. Hierbei handelt es sich um einen Editor zur bearbeitung digitalisierter Audiodaten (Samples). Das Programm ist modular aufgebaut, besitzt eine komfortable grafische Benutzeroberfläche und wird als Shareware vertrieben. Viele der digitalen Effekten sind auf dem Amiga einzigartig und überzeugen auch den profesionellen Anwender.

AmIDE - The Amiga Integrated Development Environment

Das Entwickler-Tool "AmIDE" von Jens Langner bot vielen Software-Autoren eine angenehme Möglichkeit, ihre Ideen mit einem passenden Programmierwerkzeug auf dem Amiga zu verwirklichen. Sowohl in einem Vortag als auch in einem persönlichen Gespräch, konnten sich die Besucher der Veranstaltung ausreichend über "AmiIDE" informieren.

Installer NG

InstallerNG ist die 100%ige Alternative zum originalen Installer von Commodore. Die aktuelle Version hatte abermals viele neue Funktionen zu bieten und zeigte, wie benutzerfreundlich eine Installation zu erstellen ist.

Sega Fans United

Beim "Sega Fanclub" drehte sich wieder alles um die Welt der Sega Spielekonsolen. Neben den neusten Dreamcast-Spielen, wurde der Besucher mit vielen weiteren Infos zur bestehenden Sega-Hard- und Software versorgt. Auch über den Club selbst, konnte man sich informieren.

C64 Hard- und Software

Ein echtes Wunderwerk der Technik hatte Torsten Baade mit seinem C64 im Gepäck. Er präsentierte die neueste Hard- und Software für diesen bekannten Kult-Rechner. Hier nochmals die Aufzählung aus der Ankündigung:

Hardware:
C64-Tower (Selbstbau)
CMD-SCPU - 20 MHz Beschleunigerkarte mit 16 MB und einem W65C816S als Prozessor
CMD-RamLink - 16 MB gepufferte Ramfloppy
CMD Festplatte + HD-Floppies
evtl. Genlock-Interface zur Videotitelgenerierung
CD-ROM am C64 (im Prinzip auch: ZIP-drive, Streamer, ...)


Software:
neueste GEOS-Versionen: "Wheels" (aus USA), "MP64" (aus BRD)
JPG-Viewer sowohl fuer unaufgerüsteten Rechner als auch mit SCPU

Highlight:
'CLIPS', das neue BS fuer die SCPU

Besonders beeindruckend war allerdings der grafische Web-Browser, der den C64 für den Eintritt ins weltweite Internet befähigte! Welcher User hätte sich das vor einigen Jahren träumen lassen!?

Acorn

An diesem Stand zeigte das Orcom-Systemhaus-Wolfen die neusten Hard- und Software rund um den Acorn RiscPC. Unter den verschiedenen Anwendungen, besticht dieses System durch Flexibilität in den Bereichen DTP und Gafik. Nicht zuletzt die Verwendung einer Risc-CPU im Acorn dürfte hierbei zu Vorteilen führen. Praktische Anwendung von RiscOS - WebDesign und Programmierung wurden von Matthias Sommerfeld vorgeführt.

Verlosung

Ein begehrter Anlaufpunkt war auch der Stand mit der Verlosung. Der Grund? Die vielen toller Preise! Neben Postern, Mäusen, CD`s, aktuelle Spiele, Anwendersoftware und weiteren nützlichen Computerzubehör, wurde an den zwei Tagen der Veranstaltung noch eine BVision, ein MP3-Player sowie zwei Amiga-Computer verlost! Hier bedanken wir uns nochmals bei allen Sponsoren für die freundliche Unterstützung!

Fazit

Die Messe spiegelte deutlich die Situation im Amiga-Markt wieder. Das große Abwarten ist angesagt, bei Usern sowie den Software- und Hardwareentwicklern.
Alles schaut auf das, was die neuen Besitzer von Amiga mit unserer "Freundin" vorhaben. Die Stimmung ist überwiegend Positiv, der neue Amiga (das neue OS) wird von vielen als würdiger Nachfolger des "Classic-Amigas" gesehen.
Eines ist aber auch klar, wenn jetzt wieder nichts neues von Amiga kommt (wie bei Gateway), werden sich die wenigen verbliebenen Amiga-User mehr und mehr vom Amiga verabschieden.
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Ausstellern, Sponsoren, Usern und Besuchern für Ihre Einsatzbereitschaft den Amiga-Markt am Leben zu erhalten und unsere Messe zu Unterstützen noch einmal recht herzlich bedanken! Wir würden uns sehr freuen, Sie auch im nächsten Jahr zur "FUN of COMPUTING 2001" wieder hier begrüßen zu dürfen, mit der Hoffnung viel neues (zum Thema Amiga) präsentieren zu können!



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